Manchmal entstehen Urlaubspläne ganz spontan. So war es auch bei uns im letzten Jahr. Wir haben uns relativ kurzfristig dazu entschieden, im August während der Sommerferien wieder in die Türkei zu fliegen.
Unsere Wahl fiel auf das Hotel Oleander in Side (keine Kooperation, selbst gebucht & bezahlt). Und das hatte für mich einen ganz besonderen Grund: Ich selbst war dort bereits als Kind mit meiner Familie im Urlaub. Das war 1995. Also vor genau 30 Jahren. Natürlich war ich neugierig. Wie würde das Hotel heute aussehen? Würde ich mich an irgendetwas erinnern? Und würde es uns als Familie genauso gut gefallen wie damals? Die Bewertungen waren gut und auch die Fotos des Hotels haben uns gefallen. Also haben wir kurzerhand eine Woche All Inclusive gebucht.
Wie schon bei unserer ersten Familienreise in die Türkei ging es für uns mit dem Flugzeug von Stuttgart nach Antalya. Der Flug selbst war völlig in Ordnung. Es waren eben wieder diese typischen kleinen Ferienflieger, die nicht unbedingt für besonders viel Komfort bekannt sind. Aber das wussten wir ja bereits und sind es inzwischen gewohnt.
Dieses Mal hatten wir sogar Glück mit unserem Gepäck. Es war tatsächlich deutlich schneller da als bei unserer ersten Flugreise mit Lina in die Türkei. Damals mussten wir über eine Stunde auf unsere Koffer warten; dieses Mal ging alles deutlich schneller.
Für die Fahrt vom Flughafen zum Hotel hatten wir, wie schon beim letzten Mal, wieder einen Privattransfer gebucht. Und auch nach dieser Reise können wir sagen: Für uns wird es mit kleinen Kindern definitiv nur noch so sein. Natürlich kostet ein privater Transfer etwas mehr. Wir finden die Preise dafür aber absolut fair und der zusätzliche Komfort ist es uns wert. Gerade wenn das Hotel etwas weiter vom Flughafen entfernt liegt, ist es mit einem kleinen Kind einfach unglaublich angenehm, direkt ins Auto zu steigen und ohne Zwischenstopps zum Hotel gebracht zu werden. Damit hatte ich sogar eine Freundin inspiriert, die zuvor auch noch nie einen Privattransfer gebucht hatte. Sie, bzw. ihre Familie war total begeistert und macht das jetzt auch nur noch so.
Auch dieses Mal kamen wir leider erst relativ spät im Hotel an. Es war bereits dunkel, als wir das Hotel Oleander erreichten. Immerhin hatten wir noch Glück und schafften es rechtzeitig zum Abendbuffet. Die Dame an der Rezeption schickte uns sogar direkt zum Essen, weil sie wusste, dass die Buffetzeit bald vorbei sein würde. Das fanden wir wirklich aufmerksam. Wir hatten nach der Reise natürlich alle ordentlich Hunger.
Anschließend ging es zum Check-in – und dort erlebten wir eine Überraschung, mit der wir überhaupt nicht gerechnet hatten. Ich hatte tatsächlich schon immer einmal davon „geträumt“, völlig unerwartet ein Upgrade zu bekommen. Und genau das passierte. Wir hatten ein ganz normales Doppelzimmer gebucht, ich glaube sogar ohne Meerblick. Stattdessen erklärte uns die Mitarbeiterin an der Rezeption, dass wir aufgrund der Ausbuchung des Hotels eine Maisonette-Suite bekommen würden. Und was für eine! Eine zweistöckige Suite mit einem fantastischen Blick auf das Meer. Wow. Einfach nur wow! Wir waren wirklich sprachlos und haben uns unglaublich gefreut.
Das Zimmer war riesig und hatte eigentlich alles, was wir für unseren Familienurlaub gebraucht haben (viele Sitzmöglichkeiten, Stauraum, ein begehbarer Kleiderschrank, sogar zwei Fernseher *lach*). Auch optisch hat uns die Suite gut gefallen und vor allem war sie während unseres gesamten Aufenthalts immer sehr sauber. Eine Sache war bei den Temperaturen im August allerdings nicht ganz ideal: Unser Zimmer lag im Dachgeschoss und während unserer gesamten Urlaubswoche hatten wir Temperaturen um die 40 Grad. Obwohl die Suite über drei Klimaanlagen verfügte, war es dennoch im Zimmer teilweise ziemlich warm. Auch den Balkon konnten wir leider nur früh morgens wirklich nutzen. Er war nicht überdacht und lag den ganzen Tag in der prallen Sonne. Bei diesen Temperaturen war es dort einfach viel zu heiß. Aber ganz ehrlich: Bei einem Urlaub am Meer ist ein Balkon für uns ohnehin kein Ort zum Verweilen.
Was wir dafür wirklich positiv hervorheben möchten, waren die Reinigungskräfte. Sie waren unglaublich freundlich und herzlich und haben sich jedes Mal gefreut, Lina zu sehen. Trotz der vorhandenen Sprachbarriere haben sie immer wieder versucht, mit uns ins Gespräch zu kommen. Gerade solche kleinen Begegnungen bleiben uns aus einem Urlaub oft besonders in Erinnerung.
Die Hotelanlage selbst ist vergleichsweise überschaubar. Die Zimmer verteilen sich auf drei größere Gebäude. Dazu gibt es einige kleinere Geschäfte und einen Friseur. Den kleinen Supermarkt und auch den Friseur haben wir während unseres Aufenthalts genutzt und waren mit beidem sehr zufrieden. Lina mussten wir tatsächlich spontan die Haare schneiden lassen. Ihre langen und ohnehin sehr feinen Haare hatten sich durch das Salzwasser extrem verfilzt. Also bekam sie kurzerhand einen schulterlangen Haarschnitt. Und sie sah danach einfach unglaublich süß aus.
Das Essen im Hotel war grundsätzlich gut. Morgens, mittags und abends gab es eine relativ gute Auswahl am Buffet und immer wieder einzelne Dinge, die uns richtig gut geschmeckt haben. Besonders die Burger und die Waffeln sind uns positiv in Erinnerung geblieben. Trotzdem müssen wir sagen: Insgesamt hat uns das Essen nicht so richtig vom Hocker gehauen. Vielleicht sind wir durch unseren vorherigen Familienurlaub im Felicia Village auch einfach anderes gewohnt. Dort hat uns das Essen insgesamt deutlich besser gefallen.
Auch bei den Cocktails waren wir leider enttäuscht. Viele waren für unseren Geschmack einfach viel zu süß und schmeckten ziemlich künstlich. Was uns außerdem überrascht hat: Einige Getränke waren im All-Inclusive-Angebot nicht enthalten und mussten zusätzlich bezahlt werden. Dazu gehörte beispielsweise frisch gepresster Orangensaft beim Frühstück oder bestimmte Cocktails am Abend. Davon stand aber leider nichts in der Hotelbeschreibung. Wir wussten dies also zum Zeitpunkt unserer Buchung nicht. Das kannten wir so von anderen 5-Sterne-All-Inclusive-Hotels bisher auch nicht und fanden es deshalb etwas schade. Auch Eis am Stiel für die Kinder gab es nur zu bestimmten Uhrzeiten. Für uns war das eher ungewohnt und gerade mit einem kleinen Kind nicht unbedingt nachvollziehbar.
Und genau hier liegt für uns einer der größten Punkte, weshalb wir das Hotel Oleander nicht noch einmal buchen würden. Obwohl das Hotel grundsätzlich familienfreundlich ist, haben wir es nicht als besonders gut auf Familien mit kleinen Kindern ausgerichtet empfunden. Einen richtigen Spielplatz gibt es beispielsweise nicht. Das, was sich auf dem Gelände befindet, wirkte auf uns eher veraltet und nicht wie ein Spielplatz, auf dem unser Kind gerne gespielt hätte. Auch einen richtigen Kinderpool gibt es nicht. Es gibt lediglich ein kleines, rundes Becken ohne Rutschen oder andere Wasserspielgeräte. Lina hat das zwar völlig ausgereicht, allerdings war sie dort meistens komplett alleine. Denn während unseres Aufenthalts waren nicht besonders viele Familien mit kleinen Kindern im Hotel. Unser Eindruck war, dass überwiegend Erwachsene und viele Stammgäste dort Urlaub machten.
Eine Sache hat uns in Bezug auf Kinder allerdings wirklich positiv überrascht: der Indoor-Spielplatz im Untergeschoss. Den hätten wir ehrlich gesagt überhaupt nicht erwartet. Er ist richtig groß und bietet unter anderem eine Kletterwand, ein Piratenschiff und die typischen Kletter- und Spielelemente eines Indoor-Spielplatzes. In den Wintermonaten befindet sich dort unten auch der Kids Club. Gerade bei den extremen Temperaturen während unseres Aufenthalts war dieser Bereich Gold wert. Dort unten war es angenehm kühl und Lina konnte sich eine Weile austoben.
Zusätzlich gibt es oben in der Hotelanlage noch einen weiteren Kids Club. Lina war dort aber nur zweimal. Die Animateure waren zwar sehr nett, allerdings empfanden wir sie teilweise als etwas aufdringlich. Außerdem mussten die Aktivitäten, die dort mit den Kindern angeboten wurden, zusätzlich bezahlt werden. Beispielsweise Sandbilder oder T-Shirts bemalen. Für uns war das eher ungewohnt.
Was uns am Hotel Oleander dagegen wirklich begeistert hat, war der Strand. Der Sandstrand ist wirklich schön und fällt sehr flach ins Meer ab. Für Lina war das perfekt. Und auch wir haben es sehr genossen. Wir waren während dieser Urlaubswoche unglaublich oft im Meer. Das war für uns tatsächlich ein großer Unterschied zu unserem Urlaub im Felicia Village. Dort war der Strand steiler und kieselig, weshalb wir deutlich seltener im Meer waren. Im Hotel Oleander konnten wir dagegen einfach ins Wasser laufen und Lina konnte wunderbar am flachen Ufer spielen. Für Familien mit kleinen Kindern ist dieser Strandabschnitt deshalb wirklich toll.
Unser Urlaub war mitten im August und wir hatten die gesamte Woche Temperaturen um die 40 Grad. Das hat natürlich auch den Alltag im Hotel beeinflusst. Uns ist beispielsweise aufgefallen, dass tagsüber und vor allem zu den Essenszeiten kaum jemand draußen saß. Es war schlicht und einfach zu heiß. Auch wir haben uns überwiegend drinnen aufgehalten, wenn wir nicht gerade am Pool oder am Meer waren. Was uns außerdem aufgefallen ist: Das Hotel gehört offenbar zu den Hotels, in denen die klassischen Liegen-Reservierer sehr aktiv sind. Schon früh am Morgen wurden die Liegen mit Handtüchern reserviert, damit man später wieder „seine“ Liege vom Vortag hatte. Wir haben nach dem Frühstück zwar immer noch irgendwo eine Liege gefunden, aber so richtig schön fanden wir diese Liegenreservierung trotzdem nicht. Die Hotelanlage selbst war ansonsten sehr gepflegt und schön angelegt.
Eigentlich hatten wir uns vorgestellt, die Abende gemütlich in der Hotelanlage ausklingen zu lassen. Aber irgendwie kams anders. Durch die extreme Hitze waren wir tagsüber oft schon ziemlich erledigt. Und da wir die Cocktails leider nicht besonders mochten, fehlte uns auch ein bisschen der Anreiz, abends noch lange an der Bar zu sitzen. Im Vergleich zu unserem Aufenthalt im Felicia Village empfanden wir die Atmosphäre im Hotel Oleander deshalb als weniger gemütlich und weniger entspannt. Einen Abend sind wir trotzdem aus dem Hotel heraus und ein Stück die Einkaufsstraße entlanggelaufen. Das war tatsächlich ganz schön. Auch wenn es selbst am Abend noch unglaublich heiß und schwül war.
In einem der Gebäude gibt es eine kleine Rooftop-Bar. Dort wären wir wirklich gerne einmal abends hingegangen. Einfach um die Aussicht zu genießen und uns das Ganze einmal anzuschauen. Leider dürfen Kinder dort nur bis zu einer bestimmten Uhrzeit hin und durch unser Abendessen haben wir es während unseres Aufenthalts nie rechtzeitig geschafft. Schade eigentlich – denn gerade die Aussicht hätte uns sehr interessiert.
Eine Sache ist uns für ein 5-Sterne-Hotel ebenfalls negativ aufgefallen: An der Beachbar wurden die Getränke – egal ob kalte Getränke oder Kaffee – in Einweg-Pappbechern ausgegeben. Das fanden wir ehrlich gesagt nicht besonders schön und für ein 5-Sterne-Hotel auch nicht wirklich zeitgemäß. Gerade in einer Hotelanlage am Meer, in der täglich viele Getränke ausgegeben werden, hätten wir uns hier eine andere Lösung gewünscht.
Wenn wir unseren Urlaub im Hotel Oleander zusammenfassen, fällt unser Fazit ziemlich gemischt aus. Das Hotel ist sauber, gepflegt und das Personal ist freundlich. Unsere Maisonette-Suite war ein absoluter Glücksgriff und der Strand ist für Familien mit kleinen Kindern wirklich toll. Auch den großen Indoor-Spielplatz möchten wir ausdrücklich positiv hervorheben. Trotzdem würden wir das Hotel für uns als Familie nicht noch einmal buchen. Das liegt gar nicht daran, dass wir dort eine schlechte Woche gehabt hätten. Ganz im Gegenteil: Wir hatten insgesamt eine schöne Zeit und haben unseren Urlaub genossen.
Aber im direkten Vergleich zu anderen Familienhotels, die wir bereits kennengelernt haben, hat uns einfach einiges gefehlt. Vor allem für Familien mit kleinen Kindern empfanden wir das Hotel nicht als optimal. Es gibt keinen richtigen Spielplatz, nur einen sehr kleinen Kinderpool und insgesamt waren während unseres Aufenthalts eher wenige Familien mit kleinen Kindern dort. Auch die Atmosphäre hat für uns nicht ganz gepasst. Wir hatten eher den Eindruck, dass das Hotel stark von seinen Stammgästen lebt und dadurch eine ganz eigene Atmosphäre entstanden ist. Und genau das ist vermutlich der Punkt: Das Hotel Oleander ist wahrscheinlich für viele Stammgäste genau das richtige Hotel. Für uns als Familie mit kleinem Kind war es dagegen nicht ganz das, was wir gesucht haben.
Und vielleicht ist genau das auch das Schöne an einem persönlichen Familien-Reisetagebuch: Nicht jeder Urlaub und nicht jedes Hotel muss perfekt sein. Manchmal gehört zu unseren Reisegeschichten eben auch die Erkenntnis, dass es schön war, wir aber nicht wieder kommen.
Und nun kommen noch ein paar weitere Einblicke für euch: