Geisterklamm Leutasch & Wasserfallsteig Mittenwald – ein Tag voller Abenteuer

Veröffentlicht am 9. September 2026 um 11:19

Die Geisterklamm in Leutasch (Olympiaregion Seefeld) gehört für uns mittlerweile einfach zu einem Urlaub in der Region dazu. Wir waren schon einige Male dort und eigentlich ist es fast schon Tradition, dass wir die Klamm besuchen, wenn wir in Leutasch Urlaub machen. Und natürlich wollte Lina auch dieses Mal unbedingt wieder hin.

Für sie ist die Geisterklamm jedes Mal aufs Neue ein Highlight. Auch wenn wir schon öfter dort waren, gibt es für sie immer wieder etwas zu entdecken. Dieses Mal haben wir unseren Ausflug allerdings ein bisschen anders gestaltet. Wir sind nämlich nicht mit dem Auto zur Geisterklamm gefahren, sondern haben den Wanderbus in Leutasch genommen. Und das war richtig praktisch, da es unweit von unserer Ferienwohnung im Rindlerhof eine Bushaltestelle gibt.

Der Wanderbus in Leutasch ist im Grunde eine Art Busverbindung, die verschiedene Haltestellen in der Region anfährt. So kann man ganz bequem beispielsweise von Leutasch nach Mittenwald oder Scharnitz fahren. Mit der Gästekarte sind die Fahrten sogar kostenlos. Wir finden das wirklich eine tolle Möglichkeit, gerade wenn man im Urlaub nicht ständig mit dem Auto unterwegs sein möchte. Wer lieber mit dem Auto fährt, kann natürlich auch direkt an der Geisterklamm parken. Der Parkplatz befindet sich unter der Adresse Schanz 273a, 6105 Leutasch und das Parken kostet aktuell 6 Euro. Der Eintritt in die Leutascher Geisterklamm selbst ist kostenlos. Der Startpunkt zur Klamm befindet sich am Klammstüberl. Dort gibt es auch eine öffentliche Toilette.

Direkt am Eingang bekommt man einen guten Überblick über die verschiedenen Möglichkeiten. Es gibt nämlich nicht nur eine einzige Route durch die Geisterklamm. Wer nur eine kleine Runde laufen möchte, kann beispielsweise die kurze Klammrunde mit etwa 500 Metern nehmen. Die große Klammrunde ist dagegen knapp 3,2 Kilometer lang.

Wichtig ist: Nicht alle Wege sind für Kinderwagen oder Hunde geeignet. Das ist aber wirklich gut ausgeschildert und auch auf den Übersichtskarten am Weg entsprechend dargestellt. Festes Schuhwerk wird empfohlen und schwindelfrei sollte man ebenfalls sein. Gerade wenn man mit Kindern unterwegs ist, würde ich mir vorher anschauen, welche Route man gehen möchte und was man sich und den Kindern zutraut.

Was wir an der Geisterklamm besonders mögen, ist, dass sie wirklich toll auf Familien mit Kindern ausgelegt ist. Die Wanderung ist hier nicht einfach nur ein Weg von A nach B. Entlang der gesamten Strecke gibt es immer wieder Erklärungen, kleine Spiele, Aufgaben und andere Dinge, die Kinder aktiv in die Wanderung einbeziehen. Für Lina ist das natürlich perfekt.

Besonders toll findet sie den Themenweg „Die Sage vom Klammgeist“. Darauf freut sie sich jedes Mal. Und genau das macht für uns einen großen Unterschied. Gerade beim Wandern mit Kindern ist es schön, wenn nicht nur die Eltern die Landschaft spannend finden, sondern die Kinder immer wieder etwas entdecken und ausprobieren können.

Am Anfang ist der Weg noch relativ breit und angenehm zu laufen. Er ist größtenteils eben und zunächst überhaupt kein Problem. Aber sobald man tiefer in die eigentliche Klamm hineinkommt, wird der Weg schmaler und unebener. Und dann beginnt er: der ungefähr 800 Meter lange Gitterboden bis zur Panoramabrücke. Dieser Abschnitt ist wirklich beeindruckend.

Der Weg führt mehrere Meter über der Schlucht entlang. Durch den Gitterboden kann man die ganze Zeit nach unten schauen und sieht unter sich die Schlucht und den türkisfarbenen Fluss. Wer nicht schwindelfrei ist, könnte hier definitiv Probleme bekommen.

Wir finden diesen Abschnitt jedes Mal aufs Neue faszinierend. Diese hohen Felswände, das Wasser tief unter einem und dazu diese wunderschöne Natur. Man kann sich schon gut vorstellen, warum die Geisterklamm Leutasch zu den besonderen Ausflugszielen in der Region gehört. Und auch Lina findet es immer wieder spannend.

Nachdem wir den Wasserfallsteig wieder verlassen hatten, standen wir allerdings vor einem kleinen Problem. Wir wussten nicht so genau, wie wir jetzt weiterlaufen sollten. Im Nachhinein habe ich auf der Übersichtskarte gesehen, dass man eigentlich rechts hätte abbiegen können und von dort wieder zurück zur großen Klammrunde gelangt wäre. Das wussten wir an diesem Tag aber nicht, beziehungsweise haben wir einfach nicht richtig geschaut. Also haben wir uns für den Weg nach links entschieden. Richtung Mittenwald. Und im Nachhinein war das wahrscheinlich auch ganz gut so. Denn der Weg zurück nach oben wäre mit Lina für uns wahrscheinlich keine gute Idee gewesen.

Stattdessen ging es auf einem schönen, ebenen Spazierweg weiter Richtung Mittenwald. Nach ungefähr 15 bis 20 Minuten waren wir in der Innenstadt. Und damit war unser Klamm-Abenteuer eigentlich auch schon wieder vorbei. Jetzt begann der gemütliche Teil unseres Tages. Wir sind durch die schöne Mittenwalder Innenstadt gelaufen, haben uns ein Eis gegönnt und sind anschließend Richtung Bahnhof gelaufen. Denn dort hatten wir Plakate für ein Street-Food-Festival gesehen. Und wir wussten, dass der Wanderbus am Bahnhof hält.

Unser Eistipp für Mittenwald: Wenn ihr in Mittenwald seid und Lust auf ein richtig gutes Eis habt, kann ich euch den Eisstand in der Bahnhofstraße empfehlen. Die Auswahl ist richtig groß, die Kugeln sind schön groß und vor allem: Das Eis ist einfach richtig lecker. Dass dort immer einiges los ist, wundert uns deshalb überhaupt nicht.

Nachdem wir unser Eis gegessen hatten, sind wir weiter zum Festival gelaufen. Dort haben wir noch etwas gegessen und Lina hat sich natürlich beim Kinderschminken schminken lassen. Danach haben wir uns gemütlich auf eine Bank gesetzt und auf unseren Bus gewartet. Und gewartet. Und gewartet. Der Bus kam nämlich leider erst mehr als eine Stunde später. Das Timing mit dem Wanderbus hatten wir nicht ganz so gut hinbekommen. Wir wussten vorher einfach nicht genau, wann wir nach unserem Ausflug in Mittenwald ankommen würden. Aber ganz ehrlich? Es war überhaupt nicht schlimm. Das Wetter war hervorragend und durch das kleine Festival hatten wir ja eine schöne Beschäftigung. Also haben wir einfach die Sonne genossen und gewartet.

Für uns war es wieder einmal ein richtig toller Tag. Wir waren am späten Nachmittag wieder zu Hause und hatten unglaublich viele Eindrücke gesammelt. Die Geisterklamm Leutasch können wir gerade für Familien mit Kindern wirklich empfehlen. Lina ist jedes Mal aufs Neue begeistert, obwohl wir inzwischen schon ziemlich oft dort waren. Die Kombination aus Natur, Wasser, den beeindruckenden Felswänden und den vielen kleinen Aufgaben und Geschichten entlang des Weges macht die Geisterklamm für Kinder einfach besonders. Der Wasserfallsteig Mittenwald war für uns dann noch einmal ein ganz anderes Erlebnis. Allerdings würden wir den Weg von der Geisterklamm hinunter nach Mittenwald nicht unbedingt als einfachen Familienwanderweg bezeichnen. Gerade der steile und teilweise ungesicherte Abstieg hat es wirklich in sich. Den Wasserfallsteig selbst fanden wir dagegen absolut beeindruckend und würden ihn jederzeit wieder besuchen.

Und natürlich darf bei Lina auch dieses Mal ein kleines Highlight nicht fehlen: der Stempel für ihr Stempelheft. Den gibt es natürlich auch an der Geisterklamm. Ein kleiner Stempel, über den sie sich jedes Mal riesig freut. Wenn ihr also in Leutasch, Mittenwald oder im Tiroler Zugspitzgebiet Urlaub macht und ein besonderes Ausflugsziel mit Kindern sucht, können wir euch die Geisterklamm wirklich ans Herz legen.

Nur eine Sache solltet ihr vorher unbedingt machen: Informiert euch, ob die Klamm aktuell geöffnet ist. Die Öffnungszeiten beziehungsweise die Begehbarkeit sind abhängig von Jahreszeit und Witterung.