Stubaier Gletscher & Top of Tyrol – unser Familienausflug ins Stubaital

Veröffentlicht am 21. September 2026 um 19:52

Wenn wir im Sommer in Leutasch Urlaub machen, haben wir mittlerweile so unsere Klassiker. Es gibt Orte, die wir fast jedes Mal besuchen, weil sie uns einfach gut gefallen und wir dort schon viele schöne Erinnerungen gesammelt haben. Aber dieses Mal wollten wir bewusst einmal etwas anderes machen. Vor allem Lina sollte im Urlaub auch mal etwas Neues sehen und nicht immer nur dieselben Orte kennenlernen. Also habe ich mich schon im Vorfeld ein bisschen im Internet umgeschaut und irgendwann stand für uns fest: Wir fahren zum Stubaier Gletscher.

Unser Ziel war dabei nicht einfach nur irgendeine Bergstation, sondern wir wollten ganz nach oben zur bekannten Aussichtsplattform TOP OF TYROL. 

Von Leutasch bis zum Stubaier Gletscher braucht man – je nach Verkehr – ungefähr 1 Stunde und 20 Minuten mit dem Auto. Ich hatte mich vorher schon ein bisschen über die Anfahrt informiert und mir auch den Parkplatz bei Google Maps abgespeichert. Das war ganz praktisch, denn beim Stubaier Gletscher gibt es verschiedene Seilbahnen und dementsprechend auch unterschiedliche Ausgangspunkte. Wir wollten mit der Eisgratbahn nach oben fahren, deshalb war unser Ziel der Parkplatz D an der Talstation. Für die Fahrt über die Autobahn mussten wir natürlich eine österreichische Vignette haben und zusätzlich fällt auf der A13 die Streckenmaut an.

Wir sind relativ früh aus unserer Ferienwohnung losgefahren, ungefähr gegen halb acht. Und das war wahrscheinlich auch ganz gut so.Die Fahrt selbst war völlig entspannt und wir kamen richtig gut durch. Außerdem war das Wetter wunderschön. Schon die Fahrt durch das Stubaital war für uns ein kleines Erlebnis. Diese Landschaft! Die Berge, die grünen Wiesen, die kleinen Ortschaften und immer wieder diese beeindruckenden Bergkulissen. Wir waren wirklich schon auf der Fahrt total begeistert. Und dann entdeckten wir unterwegs auf der linken Seite plötzlich einen großen Park beziehungsweise Spielplatz. Wir hatten keine Ahnung, was das genau war. Aber es sah richtig cool aus. Also war ziemlich schnell klar: Da müssen wir auf dem Rückweg unbedingt anhalten.

Als wir am Parkplatz D bei der Eisgratbahn ankamen, war dort erstaunlich wenig los. Damit hatte ich ehrlich gesagt gar nicht gerechnet. Bei dem angekündigten schönen Wetter und weil gerade Sommerferien waren, hatte ich eigentlich erwartet, dass dort schon deutlich mehr los sein würde. Aber für uns war das natürlich perfekt. Wir fanden problemlos einen Parkplatz und konnten ganz entspannt zur Talstation laufen. Unten gibt es einen kleinen Intersport und oben Kassenautomaten und auch normale Kassen mit Mitarbeitern. Wir sind zu einer besetzten Kasse gegangen und haben dort unsere Tickets gekauft. Unser Ziel war die Aussichtsplattform TOP OF TYROL auf 3.210 Metern Höhe.

Bis ganz nach oben fährt man nicht mit nur einer einzigen Gondel, sondern es geht quasi in mehreren Abschnitten nach oben. Zunächst fährt man mit der Eisgratbahn bis zur Mittelstation Gamsgarten. Dort kann man einfach sitzen bleiben und weiterfahren. Die nächste Station ist dann die Eisgrat Bergstation. Hier muss man aussteigen, beziehungsweise umsteigen.

An der Eisgrat Bergstation gibt es wieder einen kleinen Intersport, ein Restaurant beziehungsweise Café und eine Außenterrasse mit Sitzmöglichkeiten. Und natürlich gab es auch etwas für Lina. Einen kleinen Spielplatz. Besonders cool fand sie die Pistenraupe, die man tatsächlich bedienen konnte. Mit Geräuschen und Lichtern und allem drum und dran. Da war sie natürlich erst einmal beschäftigt. Allerdings hatten wir an der Bergstation zunächst ein kleines Problem: Es war neblig. Und zwar so richtig. Von der schönen Berglandschaft, auf die wir uns gefreut hatten, war nicht wirklich viel zu sehen. Dazu war es ziemlich kalt. Zum Glück waren wir vorbereitet und hatten warme Sachen dabei beziehungsweise angezogen. Denn auch wenn unten im Tal sommerliche Temperaturen waren, ist das auf über 2.000 Metern natürlich etwas ganz anderes. Und dann kam noch etwas dazu. Wir konnten zu diesem Zeitpunkt noch gar nicht bis ganz nach oben zur Bergstation Schaufeljoch fahren.

An der Kasse hatte man uns gesagt, dass dort gerade Instandhaltungsarbeiten durchgeführt werden und die Schaufeljochbahn erst am Nachmittag wieder fahren sollte. Na toll. Das war natürlich erst einmal nicht das, was wir uns vorgestellt hatten. Andererseits hätten wir bei dem Nebel oben wahrscheinlich sowieso nicht besonders viel gesehen. Also haben wir versucht, das Beste daraus zu machen.

Wir haben uns erst einmal ins Café gesetzt und etwas Warmes getrunken. Danach sind wir ein bisschen herumgelaufen, haben uns alles angeschaut und sind auch einmal durch den Shop. Da man an der Eisgrat Bergstation ansonsten nicht wahnsinnig viel unternehmen kann, wurde es allerdings doch relativ schnell langweilig. Also beschlossen wir, ein kleines Stück in Richtung Schaufeljoch zu laufen. Der Wanderweg dorthin ist wirklich ordentlich steil. Mit Lina wäre der komplette Weg für uns definitiv nichts gewesen. Aber wir wollten wenigstens ein bisschen laufen und uns die Gegend anschauen. Schließlich hatten wir die Tickets nicht gerade für wenig Geld gekauft und wollten natürlich auch etwas vom Ausflug haben. Und dann passierte plötzlich das, worauf wir gewartet hatten: Die kleinen Gondeln der Schaufeljochbahn fuhren! Juhu! Und das sogar noch deutlich früher als ursprünglich angekündigt. Also wieder zurück zur Bergstation. Wir gingen zur Information und konnten dort unsere Tickets für die Fahrt mit der Schaufeljochbahn erweitern. Und dann ging es endlich ganz nach oben.

Oben angekommen, war natürlich mittlerweile deutlich mehr los. Das war ein bisschen schade. Wenn wir gleich morgens hätten hochfahren können, wären wir wahrscheinlich mit die Ersten gewesen. Aber gut, so ist das eben an beliebten Ausflugszielen. Man ist selten alleine. Von der Bergstation Schaufeljoch aus geht es eigentlich automatisch weiter Richtung TOP OF TYROL. Man läuft zunächst zu einer Treppe, die außen um das Gebäude herum nach oben zur Aussichtsplattform führt. Festes Schuhwerk wird hier empfohlen und man sollte auf jeden Fall schwindelfrei sein. Die Treppe ist relativ schmal und je nach Besucherandrang muss man manchmal erst einmal ein paar Leute herunterlassen, bevor man selbst weitergehen kann. Oben auf der Plattform gibt es einige Sitzmöglichkeiten. Und der Ausblick ist natürlich beeindruckend. Wir waren schließlich auf 3.210 Metern Höhe.

Aber gleichzeitig war ich auch ein bisschen traurig. Denn rund um uns herum war vor allem eines zu sehen: Grau. Graues Gestein. Und leider, leider kaum noch Schnee oder Eis. Das hat mich tatsächlich mehr beschäftigt, als ich gedacht hätte. Ich war als Kind selbst einmal in den Sommerferien mit meinen Eltern auf dem Stubaier Gletscher.  Aber damals sah das dort oben noch ganz anders aus. Ich erinnere mich noch daran, dass damals richtig viel Schnee lag und wir sogar mit Luftreifen eine kleine Piste hinunterfahren konnten. Das war für mich als Kind natürlich ein richtig tolles Erlebnis. Und heute? Davon ist leider nichts mehr übrig. Kein Schnee, auf dem man im Sommer herumrutschen könnte. Keine kleine Schneepiste. Stattdessen fast nur noch graues Gestein. Das fand ich wirklich traurig.

Natürlich verändert sich eine Landschaft und natürlich ist ein Gletscher nicht dafür da, dass wir als Touristen im Sommer darauf herumfahren können. Aber wenn man selbst noch diese Kindheitserinnerung im Kopf hat und dann sieht, wie wenig Schnee inzwischen noch da ist, ist das schon ein ziemlich komisches Gefühl.

Wir machten oben natürlich noch ein paar Erinnerungsfotos und liefen anschließend die Treppen wieder nach unten. Es war inzwischen ziemlich voll. Und ganz ehrlich: So wahnsinnig viel kann man auf der Aussichtsplattform natürlich auch nicht machen. Man schaut sich die Aussicht an, macht Fotos und genießt den Moment. Das war's dann im Grunde auch schon. Wir liefen anschließend durch die Bergstation auf der anderen Seite des Gebäudes wieder hinaus. Dort geht es allerdings ziemlich steil nach unten. Von hier aus könnte man auch zur Gletscherkapelle laufen. Ich fand es tatsächlich ziemlich interessant, dass dort oben auf dem Berg überhaupt eine Kapelle steht. Mit Lina wollten wir diesen Weg aber nicht gehen. Mir war das an diesem Tag einfach zu unsicher.

Wir liefen stattdessen ein kleines Stück unterhalb der Kapelle nach unten. Dabei mussten wir allerdings etwas vorsichtig sein, denn dort lag tatsächlich noch ein kleines altes Schneefeld. Und natürlich musste Lina sofort darauf. Das fand sie natürlich richtig cool. Von dort aus konnte man außerdem noch einen kleinen Bergsee sehen. Und damit war unser Ausflug dort oben eigentlich auch schon abgeschlossen.

Unser Fazit: Natürlich ist es beeindruckend, dort oben zu stehen. Die Höhe, die Berge, die Aussichtsplattform und überhaupt die ganze Umgebung sind schon etwas Besonderes. Aber gleichzeitig empfanden wir die Landschaft dort oben im Sommer als ziemlich trostlos. Vielleicht liegt es auch einfach daran, dass ich noch meine Kindheitserinnerungen im Kopf habe und damals alles komplett anders aussah. Für uns steht deshalb tatsächlich fest: Im Sommer würden wir wahrscheinlich nicht noch einmal zum Stubaier Gletscher fahren.

Wir waren jetzt einmal dort, haben die TOP OF TYROL gesehen, haben als Familie ein besonderes Erlebnis gehabt und können wieder einen Punkt von unserer persönlichen Bucketlist streichen. Und das ist ja auch etwas Schönes. Nicht jeder Ausflug muss danach zu unserem neuen Lieblingsziel werden. Manchmal möchte man einen Ort einfach einmal selbst gesehen haben.

Danach ging es für uns wieder zurück. Wir sind dieses Mal direkt komplett bis zur Talstation gefahren – natürlich mit dem Umstieg an der Eisgrat Bergstation. Die Gondelfahrt dauert tatsächlich eine ganze Weile. Aber langweilig wird es nicht. Unterwegs kann man richtig viel entdecken. Wir haben kleine Wasserfälle gesehen, Bergseen, Skilifte und immer wieder kleine Hütten. Und natürlich diese wunderschöne Berglandschaft. Auch wenn unser Eindruck vom Gletscher selbst etwas gemischt war, war allein die Fahrt durch das Stubaital und die Bergwelt drumherum wirklich schön.

Unten angekommen, war der Parkplatz inzwischen natürlich deutlich voller als am frühen Morgen. Aber ehrlich gesagt hatte ich trotzdem mit noch mehr Menschen gerechnet. Dafür, dass gerade Sommerferien waren und das Wetter so gut war, war es noch erstaunlich entspannt.

Jetzt wollten wir natürlich noch herausfinden, was dieser große Spielplatz war, den wir auf der Hinfahrt entdeckt hatten. Also hielten wir auf dem Rückweg die Augen offen. Und tatsächlich fanden wir ihn wieder. Man fährt zu einem kleinen kostenpflichtigen Parkplatz. Und hier hatten wir wirklich Glück, denn wir ergatterten den letzten freien Parkplatz. Allerdings muss ich sagen: Der Parkplatz ist wirklich nicht besonders groß. Direkt daneben befindet sich nämlich auch noch eine Wirtschaft und die Menschen parken dort natürlich nicht ausschließlich wegen des Spielplatzes.

Wir liefen dann natürlich erst einmal Richtung Spielplatz. Und was soll ich sagen? Wow! Der Spielplatz war wirklich richtig, richtig schön. Fast alles war aus Holz und es gab unglaublich viel zu entdecken. Klettern, springen, schaukeln, rutschen, balancieren ... Eigentlich war alles dabei, was sich Kinder auf einem richtig guten Spielplatz wünschen. Und dann gab es direkt am Spielplatz sogar noch einen kleinen See. Dort konnte man sich mit einem kleinen Floß von einem Ufer zum anderen ziehen. Für Lina natürlich sofort das nächste Highlight. Aber es kam noch besser. Ein Stück weiter hinten gab es eine kleine Seilbahn, die über den Fluss führte. Mit einem Seilzug kann man die Kinder  anschließend wieder zurückziehen. Lina war komplett begeistert. Sie hat das so gefeiert! Und ehrlich gesagt waren auch wir ziemlich begeistert. Diese Bergkulisse im Hintergrund, der schöne große Holzspielplatz, das Wasser und die ganze Umgebung – das war einfach richtig schön. Damit hatten wir tatsächlich gar nicht gerechnet.

Nach dem ganzen Tag hatten wir natürlich ordentlich Hunger. Und da sich direkt am Spielplatz auch die Wirtschaft befand, haben wir uns dort noch auf die Terrasse gesetzt. Es gab für uns drei Schnitzel und etwas zu trinken. Und das war genau das Richtige. Immerhin war inzwischen schon Nachmittag und wir hatten seit dem Frühstück einiges erlebt und vor allem einiges an Höhenmetern und Kilometern hinter uns. Also saßen wir dort noch eine Weile, haben gegessen und den Tag gemütlich ausklingen lassen. Danach ging es für uns endgültig zurück nach Leutasch. Am frühen Abend waren wir wieder in unserer Ferienwohnung. Und ich glaube, wir waren alle drei ziemlich kaputt. Aber glücklich! Zu Hause habe ich dann über Google Maps herausgefunden, dass der Spielplatz der Klaus Äuele Erlebnisspielplatz war.

Unser Tagesausflug von Leutasch zum Stubaier Gletscher und zur TOP OF TYROL war auf jeden Fall ein Erlebnis. Wir haben viel gesehen, waren auf über 3.000 Metern Höhe, sind mit mehreren Seilbahnen gefahren und haben gemeinsam einen neuen Ort entdeckt. Die TOP OF TYROL ist natürlich beeindruckend und allein die Aussicht von 3.210 Metern Höhe ist etwas Besonderes. Trotzdem hat uns der Gletscher im Sommer nicht ganz so begeistert, wie wir es vielleicht erwartet hatten. Vor allem der fehlende Schnee hat mich persönlich ziemlich traurig gemacht, weil ich selbst noch ganz andere Erinnerungen an den Stubaier Gletscher aus meiner Kindheit habe. Dafür war der Spielplatz auf dem Rückweg eine richtig tolle Überraschung. Und irgendwie war genau das wieder typisch für unsere Ausflüge: Wir fahren mit einem bestimmten Ziel los, erleben dort etwas, sind vielleicht nicht ganz so begeistert wie erwartet – und entdecken dafür unterwegs etwas anderes, das uns umso mehr gefällt. Für Lina war der Tag sowieso ein voller Erfolg. Und genau darum ging es uns ja eigentlich. Wir wollten ihr im Urlaub etwas Neues zeigen und gemeinsam etwas erleben. Das haben wir definitiv geschafft.