Familienausflug nach Rottweil: Testturm, Neckarline & Hängebrücke

Veröffentlicht am 13. September 2026 um 16:01

In der letzten Woche der Sommerferien wollten wir unbedingt noch einmal etwas Schönes mit Lina unternehmen. Das Wetter sollte noch einmal richtig gut werden und bevor dann die Schule wieder losgeht, wollten wir die letzten Ferientage einfach noch ein bisschen genießen. Da wir gerade erst aus unserem Urlaub zurück waren, sollte es allerdings nicht wieder eine ewig lange Autofahrt werden. Wir haben uns deshalb für Rottweil entschieden. Von Hirsau aus sind es ungefähr 1 Stunde und 20 Minuten mit dem Auto. Für uns also noch gut machbar. Und einen Grund gab es noch: Den Testturm Rottweil wollte ich schon lange einmal aus der Nähe sehen. Wenn wir auf der Autobahn unterwegs waren und an Rottweil vorbeigefahren sind, ist mir dieser unglaublich hohe Turm immer wieder aufgefallen. Ich fand ihn schon immer irgendwie imposant und interessant und dachte jedes Mal: Da müssen wir irgendwann einmal hin. Jetzt war es endlich soweit.

Die Fahrt nach Rottweil war ziemlich entspannt. Natürlich gab es auf der Autobahn wieder jede Menge Baustellen, aber wir hatten Glück und keinen Stau. Unsere Tickets für die Aussichtsplattform hatte ich bereits am Tag vorher online gebucht. Dort kann man einen bestimmten Zeitslot auswählen. Ich fand das ganz praktisch, weil ich keine Lust hatte, vor Ort erst ewig an der Tageskasse anzustehen oder genau dann dort zu sein, wenn unglaublich viel los ist. Als Parkplatz hatte ich im Navi P1 Testturm Rottweil eingegeben. Dieser befindet sich direkt am Testturm und ist kostenpflichtig. Der Tageshöchstsatz liegt bei 8 Euro. Wir waren sogar ein bisschen früher als für unseren gebuchten Zeitslot vor Ort. Also sind wir einfach schon einmal hineingegangen und haben uns unten ein bisschen umgesehen.

Im Eingangsbereich befinden sich unter anderem Toiletten, ein kleines „Kino“, die Kasse und eine Garderobe. Eine Sache sollte man vor dem Besuch wissen: Auf die Aussichtsplattform darf man keine größeren Gegenstände mitnehmen. Auch Essen und Getränke sind dort oben nicht erlaubt. Größere Taschen oder Rucksäcke kann man aber problemlos unten an der Garderobe abgeben. Die genauen Besuchsregeln würde ich mir vor dem Besuch trotzdem noch einmal auf der Website des Testturms anschauen. Natürlich kann man die Tickets für die Aussichtsplattform auch direkt vor Ort an der Kasse kaufen. Bei uns war zu diesem Zeitpunkt erstaunlich wenig los. Ich fragte deshalb einfach einmal nach, ob wir mit unseren Online-Tickets vielleicht auch schon vor unserer gebuchten Zeit nach oben fahren könnten. Und tatsächlich: Das war überhaupt kein Problem. Perfekt.

Also stellten wir uns direkt am Fahrstuhl an. Und auch hier hatten wir Glück. Der Aufzug war praktisch sofort da. Eine nette Mitarbeiterin begleitete uns hinein und steuerte den Aufzug bei jeder Fahrt. Und dann ging es nach oben. Sehr schnell nach oben. Der Aufzug hat an einer Seite große Fensterscheiben, sodass man während der Fahrt nach draußen schauen kann. Und ich muss sagen: Das war schon ziemlich heftig. Im positiven Sinne. Die Mitarbeiterin meinte, der Aufzug fährt ungefähr 30 km/h. Und das merkt man tatsächlich. Allein die Fahrt nach oben war für uns irgendwie schon ein kleines Highlight.

Oben angekommen, landet man zunächst in einem großen Foyer. Dort gibt es einen Bildschirm an der Wand, auf dem ein Imagefilm läuft, und ein kleines Pult mit einem Mitarbeiter. Viel mehr ist dort oben eigentlich nicht. Dann geht es durch eine Drehtür hinaus auf die Aussichtsplattform. Und jetzt kommt der Teil, bei dem ich ein kleines bisschen mulmig wurde. Denn die Absicherung der Plattform besteht im Grunde aus bodentiefen Glasscheiben. Kein klassisches Geländer. Keine massive Brüstung. Einfach Glas. Ich habe eigentlich keine wirkliche Höhenangst, aber hier musste ich mich schon kurz daran gewöhnen. Lina dagegen? Die hatte überhaupt keine Probleme. Sie stand gefühlt permanent direkt an den Fenstern und schaute nach unten. Kinder haben manchmal einfach wirklich überhaupt keine Angst vor solchen Dingen. Die Aussichtsplattform befindet sich auf 232 Metern Höhe und ist damit die höchste öffentlich zugängliche Aussichtsplattform Deutschlands. Und der Blick von dort oben ist wirklich beeindruckend. Man kann unglaublich weit schauen und sieht Rottweil und die Umgebung aus einer ganz anderen Perspektive. Was mich außerdem überrascht hat: Oben war es erstaunlich windgeschützt. Damit hatte ich überhaupt nicht gerechnet. Auch der Turm selbst hat sich für mich sehr stabil und ruhig angefühlt. Ganz anders als beispielsweise der Stuttgarter Fernsehturm, bei dem ich persönlich immer ein bisschen das Gefühl habe, dass sich alles leicht bewegt. Hier oben hatte ich dieses Gefühl überhaupt nicht.

Und jetzt kommt der Teil, den ich ehrlich gesagt ein bisschen schade fand. Denn wirklich viel machen kann man auf dem Testturm leider nicht. Es gibt kein Café oder Restaurant auf der Aussichtsplattform. Im Grunde läuft man hinaus, schaut sich die Aussicht an und kann sich natürlich noch den Imagefilm anschauen. Aber nach ungefähr fünf Minuten waren wir eigentlich schon fertig. Und da dachte ich mir schon: Das war's jetzt? Wir waren immerhin rund 1 Stunde und 20 Minuten gefahren und hatten Eintritt bezahlt – und nach wenigen Minuten war der eigentliche Besuch schon wieder vorbei. Natürlich ist die Aussicht toll und natürlich ist es spannend, einmal auf 232 Metern Höhe zu stehen. Aber als eigenständiges Ausflugsziel mit Kindern hat der Testturm für uns ehrlich gesagt nicht ganz so viel zu bieten. Trotzdem wollten wir natürlich einmal oben gewesen sein. Und jetzt können wir ihn zumindest von unserer persönlichen Bucketlist streichen.

Was ich wiederum richtig schön fand: direkt nach der Eintrittsschranke bekam Lina einen großen Flyer speziell für Kinder. Und auch wir bekamen noch zwei Flyer mit weiteren Informationen zum Testturm. Der Kinderflyer war wirklich toll gemacht. Darin waren Rätsel und sogar ein großer ausklappbarer Testturm zum Ausmalen. Das fand ich wirklich süß. Auch unsere Flyer enthielten einige interessante Informationen rund um den Turm. So hatte Lina noch eine kleine Beschäftigung für unterwegs.

Da wir nach dem kurzen Besuch des Testturms noch lange nicht nach Hause wollten, haben wir spontan beschlossen, noch weiterzulaufen. Unser nächstes Ziel: die Neckarline Hängebrücke in Rottweil. Wir hatten vorab gar nicht wirklich geplant, beides miteinander zu verbinden. Aber wenn wir schon einmal hier waren, wollten wir natürlich noch etwas erleben. Und der Weg zur Hängebrücke ist wirklich gut ausgeschildert. Vom Testturm aus läuft man ungefähr 15 bis 20 Minuten bis zur Neckarline. Ich habe zwar nicht genau auf die Uhr geschaut, aber ein kleines Stück ist es schon. Wenn man vom Testturm Richtung Hängebrücke läuft, kommt man auch an dem Parkplatz vorbei, der für die Neckarline ausgeschildert ist. Dieser wäre natürlich etwas näher an der Brücke gewesen. Aber auch von dort muss man noch ein Stück zu Fuß gehen. Eine direkte Parkmöglichkeit an der Hängebrücke gibt es nicht. Der Weg selbst ist aber angenehm. Er ist breit, eben und wirklich gut zu laufen.

An der Neckarline angekommen, gibt es Toiletten, Sitzmöglichkeiten, einen kleinen Shop und Kassenautomaten. Da wir noch keine Tickets hatten, haben wir unsere Eintrittskarten einfach dort am Automaten gekauft. Und hier haben wir dann auch gemerkt: Der Ausflug wird ganz schön teuer. Der Eintritt für die Neckarline war für uns drei sogar teurer als der Eintritt für den Testturm. Wenn man beide Attraktionen miteinander kombiniert und dann noch Parkgebühren und Essen dazurechnet, ist das insgesamt definitiv kein ganz günstiger Familienausflug. Aber die Brücke ist dafür auch wirklich beeindruckend. Die Neckarline ist 606 Meter lang. Und ja – sie wackelt. Und zwar ziemlich. Ich fand es ähnlich wie bei der Wildline in Bad Wildbad. Für mich ist das definitiv kein besonders angenehmes Gefühl. Aber es ging. Und natürlich hat auch hier Lina wieder überhaupt kein Problem damit gehabt. Im Gegenteil. Sie hat es gefeiert. Ich finde es wirklich schön zu sehen, wie sehr sie sich über solche Erlebnisse freut. Während ich froh bin, wenn ich wieder festen Boden unter den Füßen habe, läuft sie begeistert über die Brücke und findet es einfach nur cool.

Am anderen Ende der Neckarline landet man quasi direkt in der Rottweiler Altstadt. Auch hier gibt es natürlich wieder einen gesicherten Zugang und einen Kassenautomaten. Wir kannten uns in Rottweil überhaupt nicht aus und hatten vor unserem Ausflug auch nichts weiter recherchiert. Rottweil war für uns an diesem Tag eigentlich gar nicht das Hauptziel. Aber wir dachten uns einfach: Wir schauen mal, wo wir landen. Und ziemlich schnell waren wir mitten in der Altstadt. Die Wege sind gut ausgeschildert und wir waren wirklich überrascht, wie schön Rottweil ist. Diese vielen alten, bunten Häuser. Die kleinen Gassen. Die liebevollen Details. Alles wirkt irgendwie gemütlich und zauberhaft. Ein richtig schönes kleines altes Städtchen. Es gibt viele kleine Geschäfte, Cafés und Restaurants und man kann wunderbar ein bisschen durch die Innenstadt schlendern. Natürlich durfte bei uns auch die Touristeninformation nicht fehlen. Wie eigentlich immer haben wir uns dort einen kleinen Magneten als Erinnerung mitgenommen. Und auch die Playmobil Schwarzwald Marie durfte wieder mit uns nach Hause.

Nach der ganzen Lauferei hatten wir dann aber auch Hunger und Lust auf eine kleine Pause. Also haben wir uns ein schönes kleines Café gesucht und uns draußen auf die Terrasse gesetzt. Es gab Eis, Apfelstrudel und etwas zu trinken. Einfach hinsetzen, verschnaufen und ein bisschen die Atmosphäre genießen. Genau solche kleinen Pausen gehören für mich zu einem gelungenen Ausflug einfach dazu. Danach ging es wieder zurück Richtung Hängebrücke. Und natürlich mussten wir wieder über die Neckarline zurück.

Auf dem Rückweg war die Brücke inzwischen deutlich voller. Und ich muss ehrlich sagen: Ich war froh, als wir wieder auf der anderen Seite angekommen waren. Nicht unbedingt wegen der Höhe, sondern einfach weil die Brücke mit den vielen Menschen noch einmal deutlich mehr in Bewegung kommt. Lina fand es natürlich wieder super. Für sie hätte es wahrscheinlich gerne noch länger dauern können. Danach machten wir uns auf den Rückweg zum Parkplatz. Und jetzt merkten wir die vielen gelaufenen Kilometer dann doch langsam. Vor allem Lina hatte überhaupt keine Lust mehr zu laufen. Und ich konnte es ihr nicht verdenken.

Wenn ihr ebenfalls überlegt, Testturm und Neckarline an einem Tag miteinander zu verbinden, würde ich die Strecke auf jeden Fall vorher ein bisschen im Blick behalten. Gerade mit kleineren Kindern kommt doch einiges an Laufstrecke zusammen. Testturm, Weg zur Hängebrücke, 606 Meter über die Brücke, Altstadt, wieder zurück über die Brücke und anschließend wieder zum Auto – da kommt schon einiges zusammen. Und gerade wenn die Sonne scheint, merkt man die Strecke irgendwann. Bei uns wurde es im Laufe des Tages tatsächlich richtig warm und ich glaube, wir waren alle drei froh, als wir wieder am Auto angekommen sind. Dann ging es für uns nach Hause.

Alles in allem war es ein richtig toller Familienausflug nach Rottweil. Wir haben viel gesehen, sind ordentlich gelaufen und hatten einen wirklich schönen letzten Ferienausflug mit Lina. Der Testturm Rottweil war für mich schon lange ein kleines persönliches Must-do. Deshalb wollte ich ihn unbedingt einmal von innen sehen und ganz nach oben auf die Aussichtsplattform. Und jetzt haben wir es endlich gemacht. Die Aussicht von 232 Metern ist wirklich beeindruckend und allein die schnelle Fahrt mit dem gläsernen Aufzug war schon ein Erlebnis. Allerdings muss ich auch ehrlich sagen: Als eigenständiges Ausflugsziel ist der Testturm für uns etwas enttäuschend gewesen. Man ist einfach sehr schnell mit allem durch und es gibt oben nicht wirklich viel zu entdecken. Die Neckarline Hängebrücke hat uns dagegen deutlich länger beschäftigt und war für Lina natürlich das absolute Highlight. Und dann kam völlig ungeplant noch die wunderschöne Rottweiler Altstadt dazu. Das war eigentlich das Schöne an diesem Tag: Wir hatten zwar einen groben Plan, aber vieles hat sich einfach unterwegs ergeben. Und genau solche Ausflüge mögen wir. Nicht alles muss vorher perfekt durchgeplant sein. Manchmal fährt man einfach los, schaut, was passiert, entdeckt einen schönen Ort und landet am Ende mit Eis und Apfelstrudel in einem kleinen Café. Für uns war es deshalb ein wirklich schöner Abschluss der Sommerferien. Und den Testturm können wir jetzt offiziell von unserer Bucketlist streichen.