Wir wollten an diesem Wochenende als Familie unbedingt noch etwas unternehmen. Leider war das Wetter nicht ganz so hervorgesagt, wie wir es uns gewünscht hatten. Es sollte erst später am Tag besser werden. Also haben wir etwas gemacht, was wir tatsächlich noch nie so richtig gemacht haben: Wir sind erst am Abend zu einem Ausflug aufgebrochen.
Normalerweise bin ich definitiv der Typ, der so früh wie möglich los möchte. Sobald es irgendwo voller wird, habe ich eigentlich schon wieder Lust auf den Heimweg. Aber diesmal haben wir uns gedacht: Wenn das Wetter ab etwa 17 Uhr besser werden soll, dann nutzen wir die Zeit einfach noch. Und dafür mussten wir gar nicht weit fahren.
Unser Ziel war Schömberg im Nordschwarzwald, gerade einmal etwa 15 Minuten mit dem Auto von uns entfernt. In Schömberg waren wir natürlich schon öfter. Wir sind durch den Ort gefahren, waren schon einmal hier oder dort. Aber einen richtigen Ausflug nach Schömberg als Familie hatten wir bisher tatsächlich noch nie gemacht. Und ich kann schon einmal vorwegnehmen: Das war definitiv ein Fehler. Denn unser Abend in Schömberg hat uns richtig gut gefallen.
Ich hatte vorher ein bisschen im Internet geschaut, wo man am besten parken kann, wenn man zum Aussichtsturm Himmelsglück in Schömberg möchte. Dabei ist Google Maps natürlich super hilfreich, aber gerade bei Wanderwegen und kleinen Zugängen findet man dort nicht immer alle Informationen, die man gerne hätte. Ich konnte zum Beispiel vorher nicht wirklich herausfinden, wo genau der Weg zum Aussichtsturm beginnt und wie lange man vom Parkplatz aus laufen muss. Also haben wir es einfach ausprobiert und sind mit dem Ziel Parkplatz P2 Aussichtsturm Himmelsglück nach Schömberg gefahren.
Wie sich später herausgestellt hat, wäre der Parkplatz P1 am Kurhaus Schömberg etwas besser gewesen. Von dort wäre der Fußweg zum Aussichtsturm ein kleines Stück kürzer gewesen. Aber das wissen wir jetzt für unseren nächsten Besuch. Und einen kleinen Vorteil hatte es für uns an diesem Abend definitiv: Wir waren genau um 18 Uhr dort. Der Parkplatz ist bis 18 Uhr kostenpflichtig – danach kann man dort kostenlos parken. Perfektes Timing also. Und noch etwas war für uns ziemlich ungewohnt: Unser Auto war tatsächlich das einzige Auto auf dem gesamten Parkplatz. Das hatten wir bei einem Ausflug schon lange nicht mehr.
Vom Parkplatz aus ist der Weg zum Aussichtsturm Himmelsglück sehr gut ausgeschildert. Das fanden wir wirklich klasse, denn genau hier hatten wir vorher ein bisschen Bedenken, weil wir nicht wussten, wo wir lang müssen. Gerade mit Kindern sind solche auffälligen Wegweiser aber auch einfach praktisch. Lina hatte richtig Spaß daran, nach dem nächsten Schild Ausschau zu halten und uns zu sagen, in welche Richtung wir weitergehen müssen. So wird selbst der Weg zum eigentlichen Ausflugsziel schon ein kleines Abenteuer.
Der Weg führt zunächst am Minigolfplatz und am Sportplatz vorbei und anschließend in den Wald. Man muss schon ein kleines Stück laufen, aber der Weg ist sehr angenehm. Er ist weitgehend eben und es gab keinerlei Probleme mit Steigungen. Für uns wirkte der Weg auch kinderwagenfreundlich und barrierearm. Und auf dem Weg kam auch schon die erste Überraschung. Der Weg zum Aussichtsturm ist wirklich schon ein Erlebnis für sich. Mit so vielen kleinen Attraktionen entlang des Weges hatten wir ehrlich gesagt überhaupt nicht gerechnet.
Für Kinder ist der Weg zum Aussichtsturm dadurch fast schon ein eigenes kleines Ausflugsziel. Besonders toll fanden wir die vielen Holzkugelbahnen, die überall entlang des Weges verteilt sind. Eine Holzkugel kann man direkt vor Ort an Automaten kaufen. Zum Beispiel am Aussichtsturm oder am Spielplatz. Eine Kugel kostet 2 Euro – was wir für völlig fair halten. Und damit war natürlich sofort klar: Wir brauchen eine Kugel. Allerdings wollten wir erst einmal bis zum Turm laufen und haben die Kugel für den Rückweg aufgehoben.
Entlang des Waldweges gibt es außerdem noch ein großes Holz-Xylophon, Sitzmöglichkeiten und verschiedene Denk- und Geschicklichkeitsspiele. Man merkt wirklich, dass sich hier jemand Gedanken darüber gemacht hat, wie man einen Spaziergang für Familien mit Kindern abwechslungsreich gestalten kann. Und genau das hat uns richtig gut gefallen.
Am Aussichtsturm angekommen, gibt es einen kleinen Shop, der bei unserem Besuch leider schon geschlossen hatte. Außerdem gibt es eine Snackhütte, die samstags und sonntags von 11:30 Uhr bis 17 Uhr geöffnet ist. Da wir erst nach 18 Uhr dort waren, war auch Diese bereits geschlossen. Für Getränke gibt es einen Teinacher Getränkeautomaten. Außerdem befindet sich dort der Ticketautomat für den Aussichtsturm und, wenn ich mich richtig erinnere, auch eine Toilette. Wir haben uns zunächst unsere Tickets gekauft. Für uns als Familie mit zwei Erwachsenen und einem Kind hat das Familienticket 18 Euro gekostet. Ohne Ticket kommt man übrigens nicht auf den Turm. Der Bereich ist eingezäunt und der Zugang wird entsprechend kontrolliert.
Dann ging es endlich los, 300 Stufen bis nach ganz oben. Der Aussichtsturm Himmelsglück hat drei Aussichtsplattformen auf unterschiedlichen Höhen. Natürlich wollten wir nicht irgendwo zwischendrin stehen bleiben, sondern ganz nach oben. Also ging es die 300 Stufen hoch. Für Lina war das überhaupt kein Problem. Im Gegenteil. Sie war mindestens genauso gespannt wie wir, was uns ganz oben erwartet. Wer nicht laufen möchte oder kann, kann den Aussichtsturm übrigens auch mit dem Aufzug erreichen. Der Turm ist also barrierefrei zugänglich.
Nach ein paar Minuten waren wir dann oben. Das Verrückte: Wir waren fast ganz alleine auf dem Himmelsglück. Außer uns waren nur noch zwei weitere Menschen dort. Das war irgendwie richtig cool. Keine Menschenmassen, kein Gedränge und kein Anstehen. Einfach nur wir, der Ausblick und diese besondere Abendstimmung. Wir haben uns oben in Ruhe alles angeschaut und den Moment einfach ein bisschen genossen. Danach ging es wieder nach unten.
Unten angekommen, haben wir dann endlich unsere Holzkugel gekauft. Und damit war der Rückweg für Lina sogar noch besser als der Hinweg. An jeder Kugelbahn wurde ausprobiert, geschaut und die Kugel wieder eingesammelt. Wir haben uns Zeit gelassen und waren dadurch natürlich deutlich länger unterwegs, als wir es wahrscheinlich ohne Kugel gewesen wären. Aber genau das ist ja das Schöne an einem Familienausflug mit Kindern. Manchmal ist der Weg das eigentliche Ziel. Und hier trifft das wirklich zu.
Wir müssen ganz ehrlich sagen: Wir fanden es richtig toll, wie viele kleine Dinge für Kinder auf diesem Weg geschaffen wurden. Der Aussichtsturm alleine wäre schon ein schönes Ausflugsziel. Aber durch die Kugelbahnen und die verschiedenen Stationen wird daraus ein richtig schönes Erlebnis für die ganze Familie.
Als wir wieder auf Höhe des Minigolfs angekommen waren, wartete direkt die nächste Überraschung auf uns: der Generationen-Aktiv-Park in Schömberg. Und ich glaube, unser erster Gedanke war tatsächlich einfach nur: Wow! Was für ein toller Spielplatz! Hier ist wirklich für Groß und Klein etwas dabei.
Für Erwachsene gibt es unter anderem ein großes Kneippbecken und verschiedene Sportgeräte. Und für Kinder gibt es einen richtig großen Spielplatz mit allem, was man sich wünschen kann. Dabei ist der Spielplatz sowohl für kleinere Kinder als auch für größere Kinder interessant. Und natürlich darf auch hier eine letzte Holzkugelbahn nicht fehlen. Ich fand es richtig schön, dass sich das Thema mit den Kugelbahnen tatsächlich durch den ganzen Bereich zieht. Vom Weg zum Aussichtsturm Himmelsglück über den Wald bis hin zum Spielplatz. Das macht den gesamten Ausflug irgendwie zu einem zusammenhängenden Erlebnis.
Vom Parkplatz über den Aussichtsturm und wieder zurück zum Generationen-Aktiv-Park sind wir insgesamt ungefähr 3 Kilometer gelaufen. Wir waren etwa zwei Stunden in Schömberg unterwegs. Und was soll ich sagen? Es war einfach ein perfekter Abend.
Eigentlich hatten wir wegen des wechselhaften Wetters schon gedacht, dass wir an diesem Tag vielleicht gar nichts mehr unternehmen. Stattdessen haben wir spontan einen Familienausflug direkt vor unserer Haustür gemacht und dabei ein Ausflugsziel entdeckt, das wir bisher völlig unterschätzt hatten.
Gerade wenn man im Nordschwarzwald unterwegs ist oder nach einem schönen Ausflugsziel mit Kindern in Baden-Württemberg sucht, können wir Schömberg wirklich empfehlen. Der Aussichtsturm Himmelsglück, der schöne Waldweg, die Holzkugelbahnen und der Generationen-Aktiv-Park machen den Ausflug abwechslungsreich und auch für Kinder richtig spannend. Lina war so begeistert, dass sie eigentlich überhaupt nicht mehr nach Hause wollte. Ich glaube, das sagt so ziemlich schon alles.
Wir werden diesen Familienausflug nach Schömberg auf jeden Fall wiederholen. Und vielleicht machen wir es beim nächsten Mal sogar wieder genauso: einfach am späten Nachmittag losfahren, wenn die meisten anderen schon wieder auf dem Heimweg sind.
Denn für uns war genau das an diesem Abend irgendwie perfekt. Es folgen wie immer noch weitere Impressionen für euch: